Allgemeine Informationen


Was ist Absinth?

Der französische Begriff „absinthe“ steht für eine der wichtigsten Zutaten im Absinth, den Wermut. Wermut ist ein extrem bitteres Kraut, das oft in der Medizin angewandt wird.

Bereits lange bevor der französische Name dieses Krauts zum Synonym für Absinth wurde, fand Wermut Verwendung in zahlreichen Tinkturen und anderen medizinischen Mitteln. Der Absinth als Getränk wurde zuerst als Heilelixier entwickelt, fand dann aber Anklang bei Menschen die vom Geschmack sehr angetan waren, und so entwickelte er sich langsam zum Modegetränk des 19./20. Jahrhunderts. Absinth hat eine höchst wechselhafte Geschichte hinter sich, und das ist sicherlich mit ein Teil der zu seiner Besonderheit beiträgt. Ein Augenmerk lag immer auf Absinth - von seinem Aufstieg zum Nationalgetränk der Franzosen, bis hin zu seinem Verbot durch die Zeit der Illegalität hindurch über die Geschichten derjenigen, die Absinth heimlich und illegal weiter gebrannt haben, bis hin zu seiner heutigen Renaissance in ganz Europa.

Warum war Absinth verboten?

In den Jahrzehnten vor 1900 stiegen der Konsum und die Nachfrage nach Absinth immer weiter an. Sein Genuss war in jeglichen Gesellschaftsschichten weit verbreitet. Deshalb wurde er schrittweise zum politischen Inbegriff für grassierenden Alkoholismus. Viele der damaligen bürgerlichen Vereinigungen und Moralisten konzentrierten sich mit ihrem Hass und ihrer Empörung auf Absinth. Sie sahen in ihm die Ursache von Kriminalität, Krankheiten wie Tuberkulose, Gewalt in der Ehe, Geisteskrankheiten und Geburtenrückgang! Der soziale Zerfall Frankreichs war angeblich durch den Absinth angestoßen worden.

Die anti-alkoholischen Ligen und Bewegungen liessen Absinth mittels solch einseitiger Sichtweisen und dem Streuen dieser Ansichten nach und nach zu ihrem Lieblingsfeind mutieren. Unterstützt wurden sie dabei von der mächtigen Lobby der Winzer, die ihre Absätze gegenüber dem immer beliebteren Getränk längst gefährdet sahen. Die organisierte Bekämpfung von Absinth war vordergründig auf diese fragwürdige Allianz zwischen Alkohol-Gegnern und Winzern zurückzuführen!

Im Jahr 1914, als gerade der erste Weltkrieg erklärt wurde, entschloß sich die französische Regierung Absinth und ähnliche Liköre zu verbieten. Dazu konnte sie sich an die Vorarbeit der bürgerlichen Allianz lehnen. Diese Gründe wurden damals für das Verbot angegeben:


    Die Leistungsfähigkeit der französischen Truppen musste für den Krieg gesteigert werden - das Verbot von bestimmten Spirituosen sollte dabei helfen die Soldaten zu einem geringeren Konsum von Alkohol zu bewegen.

    Eine bessere Unterbindung des Schwarzmarktes von Absinth und damit Eingrenzung steuerlicher Verluste.

    Förderung des Weinkonsums und der traditionellen Industrie, Besänftigung der Lobby.

Ist Absinth in Deutschland erlaubt?

Ja! Verboten wurde Absinth in Deutschland 1923. 75 Jahre später, also 1998 wurde er erst wieder legalisiert.

Zahlreiche Vorurteile und Falschinformationen prägen das Image des Absinth bis heute. Die meisten Gerüchte sind absoluter Humbug aber trotzdem fest in den Köpfen der Menschen verankert. Sehr viele Deutsche glaube bis heute, dass Absinth illegal ist. Oder dass Absinth verrückt macht, oder süchtig. Der Grund dafür ist recht einfach: Absinth war in im 19./20. Jahrhundert in Deutschland lange nicht so weit verbreitet wie in Frankreich oder der Schweiz, nur wenige kannten das Getränk, und auch die Herstellung der Spirituose fand hauptsächlich in Frankreich und der Schweiz statt. Dadurch kennen die Deutschen Absinth erst so richtig aus den Medien - als er verboten wurde, und als er spät 1998 wieder auf den Markt kam. Deutschland hat nicht so eine liebevolle Vorgeschichte mit Absinth wie zum Beispiel die Franzosen.

Damit Absinth europaweit wieder legalisiert werden konnte, gab es einige Richtlinen vom EU-Parlament die bis heute bei jedem Absinth eingehalten werden müssen:

• Der Thujongehalt*eines Absinths darf 35 mg/l nicht überschreiten. Diese Regelung erlaubt zum Einen, einen Absinth so herzustellen dass er einem Absinth aus dem 19. Jahrhundert das Wasser reichen kann (damals enthielten die Absinthe durchschnittlich ca. 6 mg Thujon/l). auf der anderen Seite vermeidet die Begrenzung den Missbrauch von Thujon. Durch die Regelung des Thujongehalts kann ausgeschlossen werden, dass beim Genuss von Absinth halluzinogene Wirkungen entstehen. Besonders der Punkt über halluzinogene Wirkungen ist sehr umstritten und wird etwas später hier im FAQ nochmals angesprochen.

Wie wird Absinth hergestellt?

Drei Arten der Herstellung von Absinthe sind zu unterscheiden:


• Die Destillation von Alkohol, in dem die aromatischen Pflanzen zuvor angesetzt wurden (Mazeration)
• Die direkte Beimischung pflanzlicher Essenzen zu reinem Alkohol (Beigabe von/ Ansetzen mit Essenz)
• Die bloße Mazeration (Ansetzen/ Einlegen) des aromatischen Pflanzenmaterials in Alkohol


Der durch Destillation gewonnene Absinth erreicht die höchste Qualität. Die Herstellungsweise garantiert ein Produkt, das mit den aromatischen Teilen der Pflanze angereichert und zugleich von den flüchtigen Schwerölen (Phlegmen) befreit ist. Bestimmte Hersteller verwenden eine ganze Ansammlung von Destillaten für ihr Endprodukt. Jede Pflanzenart wird dabei einzeln angesetzt und vor dem eigentlichen Zusammensetzen des Absinths im individuellen Verfahren destilliert.